St. Bartholomäikirche

Luther war mehr als 16 mal in Altenburg. Am 5. und 6. Januar 1519 führte er Verhandlungen mit dem päpstlichen Kammerherrn Karl von Miltitz im Hause seines Freundes Georg Spalatin. Der Wegbereiter Luthers war ab 1525 bis zu seinem Tode 1545 erster Superintendent (Gubernator) von Altenburg. Er wurde vor dem Chorraum beigesetzt. Sein Sarg mußte schon 1588 dem eines von Pohlheim weichen.

Am 15. April 1523 traute Luther hier seinen Studienfreund Wenzel Linck. Die Hochzeit eines Pfarrers mit einer hiesigen Bürgertochter wurde als Errungenschaft der Reformation zwei Tage lang gefeiert.

Die Bildnisse von sechs Superintendenten, darunter Sagittarius und Spalatin (aus Spalt bei Nürnberg stammend, sein deutscher Name war Burkhard), hingen in der Taufkapelle im Turm. Eine bronzene Gedenktafel mit lateinischen Versen, wahrscheinlich von Melanchton verfasst, ist eine wertvolle Erinnerung an Georg Spalatin, der am 17.1.1484 geboren wurde.

Inschrift:

Spalatins kühles Gebein, es ruhet hier unten im Grabe,
Ihn, den Gereisten, ereilt hochbetagt sein Geschick.
Christi Wort und Gebot, er lehrte sie wahrhaft und lauter,
Selbst dabei war er fromm, einfach, schlicht ohne Falsch.
Rein in den Sitten erfüllte er treu seine Pflichten
Hier in unserer Stadt, die genannt nach der Burg ist, der alten.
Jüngern der Künste, durch die Gelehrsamkeit wird erworben,
Half er und war strebenden Geistern ein Freund.
Selbst gelehrt und bewandert auf allen Gebieten
Kannt` er die Zeiten all` und alle ihre Geschehniss`.
Auf uns bringend die Tage einstiger Fürsten
Schrieb er manch tapfere Tat von Sachsens tapferen Führern,
Die die oberste Macht dir, deutsche Erde, einst schenkten
Und noch jetzt dir sind Dienst und Zierde zugleich.
Siehe herab auf ihn, der in ernster Ehrfurcht dir diente,
Nimm ihn, Christus, hinauf in dein ewiges Reich.

 

Georg Spalatin starb am 16. Januar 1545.                           Seit 2014 erinnert die Dauerausstellung „Georg Spalatin – Freiheit und Glaube“ an den Steuermann der Reformation. 2017 wurde ihm zu Ehren ein Denkmal vor die Kirche gesetzt. 

Die Kirche hat ein schönes Geläut in a- Dur aus drei Bronzeglocken.

Die Orgel von Ladegast mit 2554 Pfeifen wurde 1922 durch ein Fernwerk ergänzt.

Eine Leihgabe des Schlossmuseums ist der geschnitzte Flügelaltar. Er stammt aus Buchheim und ist als Arbeit der Saalfelder Schule um 1500 entstanden. Im Mittelschrein Maria mit dem Kind und der Heilige Laurentius. Im rechten Flügel oben der Heilige Bartholomäus und Jacobus der Ältere.

Die Chorfenster sind in der Jahrhundertwende entstanden. Sie zeigen Bilder aus der biblischen Geschichte.

1881 entstanden die Kanzel, der Orgelprospekt und das Gestühl im Stile der Neugotik.

© Günter Steudemann Altenburg, 1988

Die Kirche ist i.d. Regel zu folgenden Zeiten geöffnet:

Donnerstag 14-17 Uhr 
Freitag 14-18 Uhr 
Samstag 10-12 Uhr • 14-18 Uhr 
Sonntag 14-18 Uhr

Tagesaktuelle Öffnungszeiten finden Sie im Website-Bereich „Kirchen“

Herzogin-Agnes-Gedächtniskirche

Zum Gedächtnis der am 23. Oktober 1897 verstorbenen Herzogin Agnes (geboren am 24. Juni 1824) stiftete sie Herzog Ernst I. am 28. April 1903. Ein Jahr später wurde der Grundstein gelegt und am 28. April 1906 der Bau geweiht. Sein Entwurf stammt von dem Geheimen Baurat Wankel.

Die Kirche ist 37 Meter lang, 23 Meter breit und bis zum Dach 20 Meter hoch. Der Turm misst 56 Meter. Der Stil ist modern (Jugendstil), Der Unterbau besteht aus Granit, der Hauptbau ist mit Kalktuffstein bekleidet. Ein 10 Meter hoher Dachreiter krönt das Kirchendach.
Die Eingänge sind seitwärts. Eine Gedächtnishalle ist vorgelagert. Hier sieht man ein Reliefbild der Herzogin Agnes als Braut mit der Unterschrift: „Das Gedächtnis der Gerechten bleibt im Segen!“. Die Fenster zeigen Immortellen und Vergissmeinnicht.

Der Hauptraum ist ein kurzes Langhaus und einfach ausgestattet. Das Dach ruht auf eisernen Bindern, die ein doppeltes Holzgewölbe verdeckt.

Der Altaraufbau ist nach einem Modell des Bildhauers Zeißig aus Leipzig in rotem Sandstein ausgeführt. Er stellt die Auferstehung Jesu im Relief dar. Die beiden Altargalerien tragen die Einsetzungsworte des Abendmahls. Zwei Engel mit Kinderköpfen krönen den Altar.
Die drei mittelsten Altarfenster zeigen als Gruppe die Himmelfahrt Christi mit Maria und elf Jüngern.
Seitlich sieht man die Symbole der Taufe und des Abendmahles.

 

Rechts neben dem Altar befindet sich die herzogliche Kapelle, deren besonderer Schmuck drei Fenster sind. Das mittlere zeigt die verbundenen Wappen von Anhalt und Sachsen- Altenburg, während in den beiden anderen die Buchstaben A und E mit Bibelworten zu sehen sind. An der Überdachung befindet sich der Wahlspruch des Altenburger Herzoghauses: „Fideliter et constanter“ (standhaft und treu) und die Krone. In der Sakristei zeigt ein Fenster das Bild Luthers.

Die Orgel hat 20 Stimmen und 1200 tönende Pfeifen. Das Rosettenfenster über ihr, mit Engelsköpfen und Rosen verziert, ist beachtlich. Die übrigen Fenster sind einfacher.

Das Geläut der Kirche wurde nach dem 1. Weltkrieg erneuert, ebenso die Prospektpfeifen der Orgel.

In der Gruft unter dem Altarraum ruhen: Herzog Ernst I. (1826 bis 1908), Herzogin Agnes (1824 bis 1897), ihr vier Wochen altes Söhnchen Georg (1856) und die Großfürstin Elisabeth von Russland, ihre Nichte (1865 bis 1927).

© Dr. Werner Grumpelt

Die Kirche wird auf Anfrage für Besucher geöffnet.

03447 / 4885140

 Geplante Öffnungszeiten finden Sie ggf. im Website-Bereich „Kirchen“

Brüderkirche

Der Neubau der heutigen Brüderkirche fand von 1902 bis 1904 nach dem Entwurf des Architekten Jürgen Kröger statt.
Nach dem Abbruch der alten Franziskaner- Kirche im Jahr 1901 verblieb nur die vermauerte fürstliche Gruft von 1627.
Die alte Kanzel von 1561 kam in die Sammlung der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes.  Sie stammt von Marcus Fleischer aus Waldenburg. 

Die Einweihung fand am 7. Mai 1905 statt.
Pläne von Kirchenbaumeister Jürgens Kröger aus Berlin, äußerlich im neugotischen Stil. Großes, 1986 restauriertes Mosaikbild von Otto Berg in Berlin, stellt die Bergpredigt dar. Darunter in schildförmigen Medaillons die Reliefbilder der Altenburger Reformatoren Georg Spalatin und Wenzel Linck. Links davon 3 m hohes Standbild von Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms.
Im Giebelfeld über dem Haupteingang Christus als Halbrelief. Alle Figuren der Fassade und des Altars sind von Richard Grüttner aus Berlin geschaffen worden.
Eine großzügige Freitreppenanlage mit Andeutung von Ornamenten des Jugendstiles überwindet den Höhenunterschied von der Straße zu den beiden Eingängen.
Der Innenraum fasst max. 800 Personen.
Rechts neben dem Haupteingang die Taufkapelle mit einer schönen Holzplastik des Würzburger Meisters Schleglmünich zur Erinnerung an die Taufe seiner Enkel.
Der Kirchenraum ist zentral gestaltet. In der Mitte des Deckengewölbes ist ein Kreuz aus Glühlampen gestaltet, umgeben von einer Rosette aus Engelgestalten.

Die Fenster- und Wandmalereien haben Motive aus dem christlichen Leben:

Altarraum: 3 Fresken, die Geburt, Kreuzigung und Auferstehung des Heilands darstellend.
Pfeiler vor dem Altarraum mit Wandgemälden von Moses und Johannes dem Täufer.
Die dreiteiligen Fenster bei der Orgelempore zeigen Gustav Adolf, Martin Luther, Johann Sebastian Bach und Paul Gerhard.

 

Die großen Glasfenster an den Emporen zeigen rechts als Mittelbild den zwölfjährigen Jesus im Tempel, links davon Darstellung der Äußeren Mission in Afrika, rechts eine Krankenpflege der Inneren Mission. Die Lünetten darüber zeigen symbolische Darstellungen: Auge Gottes, Taube und Pelikan, (der seine Jungen mit seinem eigenen Fleische nährt).

Das Mittelbild der linken Seite stellt die Verklärung Christi dar, rechts eine Hausandacht und links der christliche Tod in Frieden. Darüber der Adler als Sinnbild der Macht, Weinstock und Reben nach dem Gleichnis und der Pfau als Sinnbild irdischer Eitelkeit.
Die Glasmalereien der Fenster entwarf Paul Gathemann.

Der Alter ist reich verziert aus französischem Kalkstein. Er stellt das heilige Abendmahl dar. Alle Tischlerarbeiten sind in Eichenholz ausgeführt und in einer sehr soliden Verarbeitung. Die Bänke sind mit Motiven des Jugendstils verziert.

Die ursprünglichen Glocken fielen bis auf eine dem 1. Weltkrieg zum Opfer und wurden 1922 ersetzt. Das Glockenspiel wurde im 2. Weltkrieg eingeschmolzen.

In den beiden seitlichen Vorbauten sind die Konfirmandenzimmer und der Chorprobenraum untergebracht, darunter Heizung und Archiv.

© Günter Steudemann Altenburg, 9.8.198

Die Kirche ist i.d. Regel zu folgenden Zeiten geöffnet:

Montag 10-12 Uhr
Dienstag 13-16 Uhr
Mittwoch 10-13 Uhr 
Freitag 10-13 Uhr
Sonntag 13-16 Uhr

Tagesaktuelle Öffnungszeiten finden Sie im Website-Bereich „Kirchen“

Erhalt und Belebung der Brüderkirche werden gefördert durch den

Freundeskreis Brüderkirche Altenburg e.V.

Unser aktuelles Projekt ist die Anschaffung einer 4. Glocke als klingendes Denkmal für Frieden und Gerechtigkeit.

Spendenziel erreicht zu 82.1%
0
Spendenprojekt - 4.Glocke

Spendenkonto

VR-Bank Altenburger Land 

IBAN DE 22 8306 5408 0003 6469 47

BIC: GENODEF1SLR